27.8.2012
Gleich nach dem Aufstehen mach ich was ich machen muss. In South Beach. Ab zum Strand. Das Wasser ist Kristallklares Cyan. Pisswarm. Der Sand wie Puder. Das Meer allerdings nicht so spannend. Ich kann nach 100m noch stehen. Die Wellen sind mässig. Und gar nicht so viele Silikongirls. Es ist schweineheiss, nach 90 Min flüchte ich. Siesta im Hostel, aufs Netz, ich muss eine Lösung finden wie ich nach New Orleans komm, der Zug ist nicht ideal, macht einen riesigen Umweg. Zur „golden hour“ mach ich einen Fotospaziergang durch South Beach.
Miami – Tag 1
Savannah – Miami
26.8.2012
Morgens check ich als ersten mal den Zug-Status im Internet. 90 min Verspätung, also nochmals Zeit für ein Nickerchen. Dann fährt mich Vanessa zum Bahnhof. 5 min später fährt der Zug. Nun hab ich etwas Zeit um Texte für den Blog zu schreiben und die Bilder dazu auszusuchen. Diesmal bin ich gut mit Futter ausgerüstet. Ich erreiche Miami mit 2 Stunden Verspätung, zusammen mit einem Zugbegleiter nehm ich das Taxi nach Miami Beach (viele Busse fahren nach 22h nicht mehr).
Savannah
25.8.2012
Savannah. Typisch Südstaaten wie aus „Giants“. Einzelne Holzhäuschen in Pastellfarben gestrichen, Verandas mit Schaukelstühlen, Fliegengitter. Alles rechtwinklig angelegt, alle paar Strassen ein Pärkchen. Eine verschlafene Kleinstadt, aber eine der wenigen welche noch in originalen Zustand erhalten geblieben ist. Und in allen Bäumen hängt „Spanisch Mos“, ein Wassergras, welches die Vögel vom Meer her anschleppen, dann in den Bäumen weiter wächst und überall in Strähnen runterhängt. Wunderschön.
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Im Zug nach Savannah
24.8.2012
Ich verschlafe fasst und schaffe es last Minute an den Bahnhof. Doch der Zug hat eh 90 Minuten Verspätung. Die fahrt ist lang, aber das Zugfahren angenehm, wesentlich angenehmer als Busfahren. Die Leute im Zug sind eher aus der Mittelklasse, neben mir ein paar ältere schwarze Grossmütter die von ihren Grosskindern schwärmen. Es wird viel gelacht. Der Restaurantwagen ist auch gemütlich, wenn auch das Essen nicht so lecker ist. Leider hatte ich keine Zeit was einzukaufen vorher.
Abends um 23 Uhr komm ich hungrig in Savannah an, Vanessa holt mich vom Bahnhof ab. Ich habe sie auch über couchsurfing.org getroffen. Sie ist Peruanerin und studiert hier an der CADS (College of Art and Design Savannah) Architektur. Das Bachelor hat sie schon, sie ist jetzt am Masters dran. Sie bringt mich auf meine Bitte hin noch zu einem Fastfood-Restaurant, wo ich Spiegeleier mit Rösti esse.
Danach präsentiert sie mir ihr Heim, ich schlag mich auf die Couch, während sie nochmals zur Schule geht um eine Arbeit zu beenden, die sie am nächsten Tag abgeben muss.
DC – the monuments
23.8.2010
Nachdem die Nacht mit Kata doch etwas länger geworden ist schlaf ich bis 10. Nach Kaffee und Yoghurt mach ich mich auf dem Weg zu „the monumets“. Kara geht mit ihrem Freund, einem Pilot, Kajak fahren.
Erstes Ziel ist „The White Haus“. Es ist viel keiner als ich gedacht hatte. Obama soll da sein, aber der Secret Service will mich nicht reinlassen. Fotografieren darf man die Wachhunde des Präsidenten auch nicht.
Mit dem Bus nach DC
22.8.2010
Ausschlafen, Packen, Auschecken, Frühstück. Mit Christine noch ein Spaziergang über die „High Line“, ein stillgelegtes Stück Hochbahn welches nun begrünt und als Fussgängerweg umgenutzt wird. Dann ab zur Penn Station, wo mein Bus nach Washington fährt. Es fängt aus Kübeln an zu Regnen, im Bus bin ich Klatschnass, trotz Schirm den ich dabei hatte. Die fahrt ist Mühsam. Stau. 2 Stunden Verspätung. Das erste mal USA zwischen den Städten. Motels, Fast-Food Restos, Industrie, Autos, Autos, Autos.
Endlich Baltimore, ein Stunde später D.C. Ei Taxi fährt mich zu Appartment (auch PAD genannt hier im Amiland) von Kara. Ich hatte Sie über couchsurfing.org kontaktiert und durfte die nächsten 2 Nächte beim ihr übernachten. Sie ist schon etwas betrunken, begrüsst mich herzlich, zeigt mir mein Zimmer (nix Couch) und ihre Dachterasse.
NYC – Tag 6
21.8.2010
Samstag soll „Long Island Tag“ werden. Geplant war ein Ausflug nach Montauk, ganz aussen auf den Hamptons, in Gedenken an Max Frisch. Nach konsultation des Guides, und der Feststellung, das ein Strecke dorthin 3 Stunden dauern würde, einigten sich Christine und ich darauf, das wir aber nach Jones Beach (fortan Jonas Beach genannt, haha) fahren würden (40min). Nicht nach Babilon (via Jamaica), auch wenn das schön klang. Wir machten uns also auf den Weg zur Penn Station von wo die Long Island Railroad ostwärts auf die Halbinsel fährt. In Freeport steigen wir auf de Bus um, der uns zur Central Beach Mall brachte. 5 Minuten später tauchen wir auch schon in die Wellen, und ich muss gleich Bodysurfing ausprobieren. Das klappte auch ganz gut – zu gut – bei der dritten Welle auf der ich reiten kann, kommt der Sandstrand plötzlich bedenklich schnell näher, ich schürfe mir den rechten Oberarm von Ellenbogen bis Schulter auf. Aua. Also lieber sonnenbaden, und die Wunde mit Rescue Cream pflegen. Das Wetter ist nicht sooooo optimal, also beschliessen wir nach 3 Stunden wieder aufzubrechen, was ganz ok ist, erreichten wir doch so um 5 das Hostel wieder, und habe ich jetzt noch genug Zeit um Online zu gehen, meinen Bus nach DC zu reservieren, Couchsurfing Anfragen zu versenden, sowie Mails und FB zu checken.
Auf dem Rückweg vom Bahnhof haben wir im Supermarket eingekauft, nun Picknickten wir im Innenhof des Hostels.
Dann ab ins Nightlife. Zu Fuss steuern wir zuerst das Meatpacker District an, das sich dann aber als eine Fressmeile für gehobenerer Ansprüche herausstellt. Gespickt mit ein paar House-Clubs. Schon sehr Schick das ganze, nicht ganz was wir suchen.
Darum mit dem Cab weiter ins Village, wo es zwar ganz nett aussieht, aber ich den Taxifahrer dann doch gleich weiter an die Bleekerstreet schicke.
Die Bleeker Street ist einfach geil! So viele Live Bands überall, nicht nur Coverbands, einige auch mit guten selbst gemachten Songs. Ich lande wieder im „The Bitter End“. Es wird 3 Uhr bevor ich ins Hostel zurückkehre.
NYC – Tag 5
20.8.2010
Diesmal dreh ich mich am Morgen nochmals um, und schaff es tatsächlich, bis um 9.20 Uhr weiterzuschlafen. Dann steh auf und wecke auch meinen Zimmergenossen auf, Gabriel aus Sao Paulo. Er hatte mich am Abend davor darum gebeten, er will is „Natural History Museum“. Da rennen irgendwie alle hin. Scheint recht eindrucksvoll zu sein, aber ein Travlerin aus Deutschland meinte es sei schon ein wenig langweilig: „They show basicly dead animals“.
NYC – Tag 4
19.8.2010
Am Donnerstag bin ich früh auf und nach dem Frühstück um 8 bin ich um 8.30 schon an der Südspitze Manhattens um mit der Staten Island Ferry an der Freiheitststaue vorbeizufahren. Die Fähre fährt (relativ) nahe an der Statue of Liberty vorbei, gut um Bilder zu machen. Und es ist gratis! Ein kostenloses öffentliches Verkehrsmittel! Revolutionär.
NYC – Tag 3
18.8.2010
Am Mittwoch bin ich wieder früh wach, nehms aber easy. Zuerst mal wieder mit ebookers telefonieren, Mails checken, Bilder und Videos von der Kamera übertragen, aussuchen und bearbeiten, und den Blog bericht schreiben. Während ich ein Muffin verspeise. 7 Stunden lang.
NYC – Tag 2
17.8.2010
Am nächsten Tag bin schon um 7.30h wach, in der Schweiz ist es jetzt halb zwei. Zuerst muss ich in die Schweiz telefonieren, Flüge umbuchen. Für meine Tochter, welche Ende September nach San Francisco kommt. Ich erkundige mich, nach einer Möglichkeit zu telefonieren, krieg eine Phonecard, merke dann, das die ganzen Payphones hier gar keinen Schlitz haben. Werde dann aber darüber aufgeklärt, dass ich eine Nummer anrufen muss, welche mich dann weiter verbindet. Ach so. Nachdem ich 20 Minuten lang auf dem Gehsteig der 8ten Avenue in der Warteschlaufe hänge, gebe ich entnervt auf.
Ich will jetzt Postkarten-NY – zum Times Square. Ich find eine Drogerie mit tonnenweise Medis, aber auch ein Duschmittel! Unterwegs, die 8 Avenue hoch, schau ich nach Converse. Finde welche für 30$, Aktion, aber blöde Farben. Normal kosten sie 40$.
NYC – Tag 1
16.8.2010
Also hab ich es am Montag auf mich genommen, mich in ein Flugzeug zu setzen. Und zuerst 1.5 Stunden, am ganzen Körper zitternd, von Basel nach Amsterdam zu fliegen, und dann die weiteren 8 Stunden, unter dem ruhig stellenden Einfluss von 3 Pillen Lexotanil gegen meine Platzangst, nach New York. Um dann, endlich zum Flugzeug raus, im JFK Airport durch lange Katakomben zu irren und das erste Mal in meinem Leben meine Fingerabdrücke abzugeben.
Ich hatte es also geschafft! Wie ich den Rückflug schaffen werde, weiss ich noch nicht, vorerst verdränge ich diesen Gedanken. – vermutlich mit 5 Pillen, oder so. Ein Gedanke, der mir gar nicht behagt, anderen Leuten aber anscheinend gar keine Schwierigkeiten macht. Ich scheine nicht der Einzige zu sein, der Mühe mit dem Fliegen hat. Geht nicht, gibt es nicht: 3 Pillen und dann geht es doch! Haha.
Die Amis treiben es da noch weiter: Design your Life. So wie du geboren bist, musst du nicht bleiben. Nein, du musst dich verbessern. Auch wenn es dich krank macht. Schon nur Aspirin gibt es hier in 100 verschiedenen Sorten, welche in Drogerieläden eine ganze Wand füllen.
Auf der Suche nach dem Amerikanischen Traum
So, es wird langsam Zeit, etwas von meiner Reise zu berichten: Meiner Reise quer durch die USA, von New York nach San Francisco. Wieso wollte ich das eigentlich unbedingt, frage ich mich jetzt. Wieso nicht 2 Monate nach Brasilien, am Stand hängen?
Vermutlich bin ich da einerseits der unterschwelligen Manipulation der Amis auf den Leim gegangen, die es wie keine andereren verstehen für ihr Land zu werben. Andererseits hat ihre Kultur mich bis jetzt massgeblich geprägt – mit Musik, Kino, Fernsehen. Und da will ich doch wissen, wer das ist. Welche Motivationen, welche Absichten, welche Menschen dahinterstecken.
Und ihre Kultur, die will ich mir jetzt noch ansehen, bevor es den Amis total dreckig geht, es eventuell sogar zum Bürgerkrieg kommt. Das halte ich nämlich für durchaus wahrscheinlich. Es gibt nicht viel, was dieses Land zusammenhält. Jeder Staat kocht hier sein eigenes Süppchen, jeder schaut vor allem für sich. Das hat ja hier nicht nur Tradition, das wird sogar bewundert.
Und dann noch all diese radikalen Gruppen, welche auf ihr Recht, ihr Leben auf ihre Weise zu leben pochen und dafür über Leichen gehen würden (wir haben diese Spinner ja laufend aus Europa vertrieben). Und zusätzlich alle noch bestens mit Waffen ausgerüstet.
Solange es aufwärts ging mit dem Land, war jeder bereit, ein Stück seiner so hoch geschätzten persönlichen Freiheit gegen ein Stück vom Wohlstand einzutauschen. Doch wenn dies wegfällt, werden sich die Amis vermutlich schnell auf ihre Wildwest-Tugenden besinnen: Banden bilden und sich den Weg freischiessen.
Aktuell zum Thema, die Spiegel Schlagzeile von heute: Job-Not in den USA –
Ende des amerikanischen Traums – Höchster Stand seit 2005. Zahl der US-Insolvenzen schnellt nach oben.









