NYC – Tag 4

19.8.2010
Am Donnerstag bin ich früh auf und nach dem Frühstück um 8 bin ich um 8.30 schon an der Südspitze Manhattens um mit der Staten Island Ferry an der Freiheitststaue vorbeizufahren. Die Fähre fährt (relativ) nahe an der Statue of Liberty vorbei, gut um Bilder zu machen. Und es ist gratis! Ein kostenloses öffentliches Verkehrsmittel! Revolutionär.

Danach mach ich einen Spaziergang durch lower Downtown, zum Bullen, und an die Wall Street. Da war gerade Handelsbeginn, und einige Gaffer stehen rum. Als ich nach dem Grund frage, sagt mir der Polizist vom NYPD das Sylvester Stallone heute die Glocke zu Handelsbeginn geläutet hat. Anscheinend mit Untersthützug von Dolf Lundgren, den der kommt dann gerade zur Türe raus. Sylvester hab ich anscheinend um 10 Minuten verpasst – „nicht so schlimm“ denk ich.

Als ich mich bei einer Kreuzung nahe WTC auf eine Bank setze, spricht eine hübsche Asiatin im Anzug, welche auf der Bank nebenan sitzt, mich an. „where you from?“ und so. Sie sei ganz nervös, sie warte auf ein „interview“ und sei 40 Minuten zu früh dran.  Da komm ich ihr anscheinend gerade recht um ihre Nerven ein wenig zu beruhigen. Sie war anscheinend längere Zeit arbeitslos und bewirbt sich für eine Staatstelle bei der Stadt New York.
Ich werfe ein blick auf die Baustelle vom WTC und gehe weiter zur City Hall, dem Ratshaus wo gerade eine wohlorganisierte Kundgebung einer Protestgruppe stattfindet. Wofür kann ich nicht eruieren, das Gelände ist abgesperrt für „autorized personal only“.

Ich beschließ nach Chinatown zu gehen, welches gleich um die Ecke ist, denn ich hab Hunger. In einer Auslage sehe ich ein paar Shorts und kauf sie mir, dazu ein paar Slippers. Ein paar Ecken weiter geh ich in ein Restaurant, in welchem sich nur Asiaten befinden, um was zu essen. Es schmeckt mir allerdings überhaupt nicht, das Essen ist vermutlich zu „original“ chinesisisch für meinen Geschmack oder so, der „fried rice“ ist eine Pampe und die Frühlingsrollen schmecken schleimig. Gegenüber am Tisch sitzt ein uralter Chinese (wie der aus Karate Kid), der mir keinerlei Beachtung schenkt und an seinen Dim Sums knabbert.

Der Übergang zu Little Italy ist fliessend – hätte ich mich doch lieber hier mit Pasta verköstigt. Das Essen sieht gut aus hier, und scheint günstig. 8$ für Spaghetti. Die Kulisse wie aus den Mafiafilmen, allerdings hat es gar nicht so viele Italiener. Ich geh weiter westwärts ins Soho, an schicken Boutiken vorbei, genehmige mir in einer Eckbar ein Bier und mach mich dann auf zum „Comics Museum“ am Broadway. Ich versteh jetzt warum es heißt: „you can get it all on Boadway“. Diese Strasse zieht sich durch ganz Manhatten. In diesem Abschnitt ist sie gesäumt von den grossen Modeläden.

Ich werd von einem Typen angehauen, „yo bro“, der mir sein Hiphop Album verkauft. Für junge engagierte Musiker hab ich etwas übrig. Das war schon das zweite Mal, das ich in New York eine Hiphop CD auf der Strasse kaufe, diese Musiker hier haben ziemlich offensive Verkaufsmethoden.

Das „Comics Museum“ ist ein einziger Raum (ca. 80m2), ein netter Freak steht an der Kasse, 3$ Donation, es ist ein Sammelsurium von einzelnen Comics-Blättern verschiedenster amerikanischer Zeichner. Einige kenn ich aus U-Comic.

Ich bin jetzt ziemlich K.O. In der nähe des Hotels kauf ich mir in einem Supermarkt für legale Drogen eine Packung mit Antihystamin-Pillen gegen meine allergischen Ausschläge. Ich werfe gleich eine Pille ein. Später find ich auf dem Internet raus, das viel Wasser trinken auch hilft. Hmm. Das habe ich allerdings vernachlässigt in letzter Zeit.
Abends geh ich noch bei Sonnenuntergang zu den Chelsea Piers raus. in einem Hafenbecken liegt eine Mega-Yacht die „Moonraker“ – laut Google die schnellste Yacht der Welt.

Dann möchte endlich mal eine Live-Band sehen, und beschliess darum mal das „Bowery-Electric“ zu suchen, welches mir empfohlen wurde. In der Bleeker Street entdeck ich dann das „The Bitter End“, auch eine Empfehlung, bezahl 5 Dollar Eintritt, es spielt eine skaige hiphop rock Band. Ganz ok. Ich finde es komisch, das vor der Bühne alles gestuhlt ist. Mit Tischchen. Naja.

Ich finde die Stimmung ein wenig  lau und gehe mal weiter. Das Bowery-Electric ist 1.5 km entfernt. Drinnen dann ein richtig schmuck  aufgeputztes Punkrock Publikum. Tatoos am Arm, Piercings in den Lippen, Kayal um die Augen, Irokesen. Die Musik ist so „The Cure“ –mässig. Scheine laut. Nicht so ganz mein Ding. Ich häng aber noch ein wenig rum um das Publikum zu bestaunen.

Wie im „Bitter End“ spielen auch hier 3-4 Bands an einem Abend. Vielleicht wird die nächste Besser, denk ich, und geh mal wieder ins „Bitter End“ zurück.

Dort erwartet mich eine schöne Überraschung. Es spielt eine richtig gute Band. „Your sisters Canary“. Progressiv Rock, dazu eine tolle Show. Auf der Bühne sitzt neben der Band ein fetter junge mit Hornbrille und rotem Kraushaar in einem grossen Sessel, neben ihm eine Stehlampe und ein Koffer. Aus diesem holt er jeweils am Anfang eines neuen Songs ein kleines gerahmtes Bild mit dem Songtitel hervor. Auf meinem Tischen steht wie auf eine Speisekarte das Programm mit allen Liedern. Es geht grundsätzlich um „boy meets girl“, das ewige Thema der Barden. Diese Jungs geben sich richtig Mühe, die Musik gefällt mir gut. Nach der Show kauf ich eine CD. Sie heisst „bread & butter“, ich habe die Nummer 000226. Sie sind aus New Jersey. Check them out at: www.myspace.com/yoursisterscanary

Die nächste Band jamt ein wenig vor sich her, LaLa-R&B. Ich gehe mal, und schau nochmals ins Bowery-Electric rein. Dort seht die nächste Band auf der Bühne, aber die Musik sagt mir immer noch nicht so zu. Zeit fürs Bett.

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